[16-02-2009]
In den Medien hören wir fast nur schlimme Nachrichten von Afrika. Afrika ist der geschundene Kontinent. Auch das Wirtschafts- und Finanzsystem meint es nicht gut mit Afrika. Mit relativ primitiven Methoden saugt es fast die ganze Finanzkraft fast des ganzen Kontinents ab. Der ungeheure Reichtum an Bodenschätzen kommt fast nie den Menschen zugute.
Trotzdem ist Afrika aber auch der Kontinent, wo Herzenswärme, Kinderliebe und Respekt vor Alten und Leben in Einklang mit der Natur gelebt werden. Manches ist guter Brennstoff für Herz und Seele.

So will ich heute ein wenig vom Kinderleben der Maasai erzählen.
In der Sprache der Maasai gibt es kein Wort für Erziehung und dennoch sind die Kinder wie Prototypen superwohlerzogene Kinder. Schon ziemlich kleine Kinder gehen mit den Kühen auf die Weide, anfangs in Begleitung älterer Geschwister. Unter guten Bedingungen, also, wenn das Gras schön steht, geht z. B. eine Gruppe acht-, neunjähriger mit einer Herde schon allein. Man könnte fast meinen, die Kühe wären ihre Erzieher.
Ihre einzige Alltagsnahrung ist Milch. Wenn man Kinderaugen beim Milchtrinken strahlen sieht, hat man das Gefühl, es könne nichts Besseres auf der Welt geben als Milch. Ganz selten gibt es Fleisch, manchmal gibt es monatelang keines.
Dauert die Trockenzeit zu lang, versiegt bei den Kühen die Milch. Dann wird das Leben der Maasai hart. Das ist dann die Zeit, wo in unseren Spitälern Hochbetrieb herrscht. Denn die Mangelernährung macht schwach und anfällig für Krankheiten.
Maasai wollten nie Ackerbau betreiben, denn Gott, so sagen sie, gab ihnen die Kühe und den anderen die Felder. Da „dank“ der Klimaerwärmung die Trockenzeiten oft anormal lang sind, brauchen sie Ackerbau. Mais hilft beim Überleben. Mais schützt vorm Verhungern. Ackerbau steht aber in Konflikt mit dem Tourismus. Über den Zusammenhang vom Leben der Maasai mit Ackerbau, den wilden Tieren und Tourismus will ich im nächsten Brennstoff schreiben.
NAKITENG SUPAI! So lautet ein Gruß unter jungen, gut befreundeten Maasai. Er heißt: „Du bist meine junge, schöne Kuh“; und Kühe sind das wunderbarste im Leben der Maasai.
Mit leuchtenden Kuhaugen möchte ich mich auch heute wieder mit diesem Gruß verabschieden und Euch um eine Spende für „unsere“ Spitäler im Maasailand bitten.
